Google: 5 Tipps zur schnellen Suche

Samstag, 2. Juni 2012 | Veranstaltung im Programm
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„Je genauer man weiß, was man finden möchte, desto präziser kann man suchen.“ An den Beginn seines Recherche-Vortrags stellt Marcus Lindemann eine zunächst sehr simple Erkenntnis, die aber oft vergessen wird. Unter dem Titel ‚Finden statt suchen, jagen statt sammeln. 5 Regeln für besseres Googlen’ gibt er eine Übersicht zur schnelleren Suche im Internet.

1. Gute Suchbegriffe wählen

“Oft benutzen wir die falschen Suchbegriffe“, weiß Marcus Lindemann. Das liege zum einen daran, dass nicht lange genug nachgedacht wird, zum anderen aber auch, dass nicht klar ist, welchen Begriff die Quelle verwendet.

Je nachdem wie die Google-Anfrage gestellt wird, bekommt der User andere Ergebnisse. Bei einer umgangssprachlich formulierten Suchanfrage bringt uns Google zu Diskussionsforen, bei bürokratischen Begriffen werden zum Beispiel Seiten von Behörden und Ministerien geliefert. Deshalb gelangt man schneller zum Ziel, wenn man sich mit der Sprache und Wortwahl der Quelle auseinandersetzt. Sollte vorher schon klar sein, auf welcher Internetseite sich die gesuchten Informationen befinden, hilft die Site-Funktion in der Sucheingabe (z.B. Jahreskonferenz site:netzwerk-recherche.de). Mit dieser Funktion wird nur die angegebene Website nach dem Begriff durchsucht wird.

Tipp: Obwohl auch viele Websites bereits über eigene Suchfelder verfügen, gelangt man über die Site-Funktion von Google schneller ans Ziel.

2. Quellenauswahl steuern

Nach der Sucheingabe spuckt Google oft zahlreiche Links aus. Sich durch alle Websites durchzuklicken um heraus zu finden, welche davon seriös und inhaltlich relevant sind, ist sehr zeitaufwendig. Um schnell einen Überblick zu gewinnen, hilft eine kurze Auswertung der URL in der Trefferliste. Ist eine bekannte Quelle dabei? Wofür steht die Endung? So weißt zum Beispiel die Endung .edu auf eine amerikanische Bildungseinrichtung hin.

Tipp: Neben der normalen Google-Suche, gibt es auch ‘Google Scholar’ für wissenschaftliche Quellen, ‘Groups’ für die Suche in Foren, ‘Books’, ‘Blogs’, und andere.

3. Filtern

Oftmals liefert Google bei der Suche irrelevante Treffer, Ergebnisse aus fragwürdigen Quellen und es gibt zu viele Treffer aus, die vor dem eigentlich interessanten stehen. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Suche zu filtern.

Über die Site-Funktion kann, wie oben beschrieben, eine einzelne Internetseite ausgewählt werden, in der die Suche erfolgen soll. In der benutzerdefinierten Suche von Google können zu dem auch mehrere Domains eingegeben werden, die gleichzeitig durchsucht werden. Als weitere Lösung bietet sich die systematische Entfernung von unerwünschten Treffern an. Dazu wird in der Suche einfach ein Minuszeichen (-) angeben, also z.B. Presse -Rabatte oder Journalismus -site:.at.

4. Deep Web-Quellen nutzen

Google findet nur einen Bruchteil von dem, was über das Internet zugänglich ist. Auch wenn nicht klar ist, wie viele Seiten dem Nutzer so verborgen bleiben, sind das doch meist die interessanten für die journalistische Arbeit. Die Suche in Datenbanken wie zum Beispiel www.genios.de, liefern viele Treffer aus überdurchschnittlich guten Quellen, die in der Regel besser gefiltert sind. Auch wenn diese Datenbanken meist Geld kosten, können sie über eine Uni-Bibliotheksmitgliedschaft teilweise kostenlos genutzt werden.

5. Offline Quellen nicht vergessen

“Das Telefon ist das meist unterschätzte Recherche-Tool“, stellt Marcus Lindemann trotz aller Möglichkeiten durch Google fest. Wer sich bereits in die unendlichen Weiten der Internetsuche begeben hat, vergisst dabei schnell, dass neben ihm noch das Telefon steht, ein kurzes Gespräch mit Kollegen auch die Antwort liefern könnte oder der Griff zum Oeckl schnell die richtige Telefonnummer liefert. Eine fixe Abwägung, welcher Rechercheschritt gerade der effizienteste ist, spart oft Zeit und Mühe.

Egal für welchen Weg man sich bei seiner Recherche entscheidet ist es wichtig, immer den Überblick zu behalten. Deshalb gilt: Nicht alle Informationen sammeln und horten, sondern mit dem richtigen Ziel vor Auge konkret suchen.

Mehr Informationen zum Thema finden Sie auf der Homepage von Marcus Lindemann unter www.recherche-info.de

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Über die Dokumentation

Die Dokumentation der Jahreskonferenz 2012 von netzwerk recherche erscheint in diesem Jahr in Form eines Blogs. Berichte, Fotos, Videos und Podcasts werden während der Konferenz zusammengetragen und eingestellt.

Erstellt wurde die Dokumentation von Studentinnen und Studenten der Deutschen Journalistenschule in München, Stipendiaten der JONA (Journalistische Nachwuchsförderung) der Konrad-Adenauer-Stiftung und des Studienstipendienprogramm "Medienvielfalt, anders" der Heinrich Böll-Stiftung, Journalistik-Student/innen der Katholischen Universität Eichstätt, Volontärinnen und Volontäre aus Bremen – von den Bremer Tageszeitungen, dem Stader Tageblatt und Radio Bremen, Studenten des Studiengangs Journalistik und Kommunikationswissenschaft an der Uni Hamburg.
Unterstützt wurde die Konferenzorganisation auch von Volontärinnen und Volontären des NDR und aus den WAZ-Redaktionen.