Google gezielt nutzen

Samstag, 2. Juni 2012 | Veranstaltung im Programm
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Die meisten Recherchen mit der Suchmaschine Google bringen Tausende, wenn nicht Millionen Ergebnisse hervor. Doch nur selten findet man auf Anhieb die Information, nach der man gesucht hat. Mit der richtigen Recherche-Technik lässt sich ein Kampf durch die Ergebnislisten vermeiden.

„95 Prozent aller Google-Nutzer schöpfen das Potential der Suchmaschine kaum aus“, sagt Marcus Lindemann, Recherchetrainer und Geschäftsführer der autoren(werk) GmbH. Wie man Google sinnvoll nutzt, erklärte er auf der nr-Jahreskonferenz 2012.

1. Quellenauswahl steuern
Auf der Suche nach einer bestimmten Information macht es Sinn, nicht im ganzen Netz, sondern nur auf einzelnen Internetseiten zu suchen. Sucht man beispielsweise mit den Wörtern „Erbschaftssteuer Prozentsatz“ nach dem Prozentsatz der Erbschaftssteuer in Deutschland, bietet Google als erste Treffer drei Erbrecht-Ratgeber an. Die Primärquelle wäre allerdings das Bundesfinanzministerium. Mit der Verwendung des Operators „site:“ kann die Recherche auf die Homepage des Bundesfinanzministeriums beschränkt werden.

Eingabe bei Google: Erbschaftssteuer Prozentsatz site:bundesfinanzministerium.de

Möchte man auf mehreren ausgewählten Internetseiten suchen, müssen die Suchbegriffe mit dem Operator „OR“ ergänzt werden. Im Beispiel zur Erbschaftssteuer könnte die Internetseite des Bundestages von Relevanz sein.

Eingabe bei Google: Erbschaftssteuer Prozentsatz site:bundesfinanzministerium.de OR site:bundestag.de

2. Suche nach Dateiformaten
Um die Recherche auf bestimmte Dateiformate einzugrenzen, wird der Operator „filetype:“ verwendet. Die Recherche nach Dateiformaten kann mit der Suche auf ausgewählten Internetseiten kombiniert werden. Beim Bundesfinanzministerium ist davon auszugehen, dass relevante Dokumente im pdf-Format online gestellt wurden.

Eingabe bei Google: Erbschaftssteuer Prozentsatz site:bundesfinanzministerium.de filetyp:pdf

3. Exakte Begriffsuche
Sucht man nach einem bestimmten Begriff oder einer exakten Wortfolge, müssen die relevanten Wörter in Anführungszeichen gesetzt werden. Ansonsten werden auch Suchergebnisse angezeigt, in denen die Suchbegriffe getrennt voneinander auftauchen oder die nur Teile der Suchbegriffe enthalten.

Eingabe bei Google: „Erbschaftssteuer in Deutschland“

4. Zeitliche oder thematische Eingrenzung
Ist ein Recherche-Thema sehr stark mit einem bestimmten Ereignis verbunden, findet man bei Google hauptsächlich Ergebnisse, die sich auf dieses Ereignis beziehen. Als Beispiel hierfür soll das Kreuzfahrtschiff Costa Concordia dienen, welches im Januar 2012 vor der italienischen Küste gesunken ist. Der Suchbegriff „Costa Concordia“ bringt bei Google über 20 Millionen Ergebnisse hervor, von denen sich vor allem die ersten Treffer ausschließlich mit den Ursachen oder den Konsequenzen des Unfalls befassen. Eine Suche nach Informationen über die Costa Concordia vor dem Unglück ist bei diesem Rechercheweg aussichtslos. Google bietet aber die Möglichkeit, die Recherche zeitlich einzugrenzen. Links neben der Ergebnisliste kann über „Mehr Optionen“ und „Zeitraum festlegen“ bestimmt werden, aus welchem Zeitraum die Ergebnisse angezeigt werden.

Zudem können bestimmte Begriffe ausgeschlossen werden. Möchte man zur Costa Concordia ausschließlich Informationen bekommen, die sich nicht mit Italien befassen, kann das Wort Italien über ein „-„ (minus) eliminiert werden.

Eingabe bei Google: „Costa Concordia“ -Italien

5. Räumlich neutrale Suche
Google weiß, von wo aus Sie nach Informationen suchen. Wer in Hamburg wohnt und „Pizza“ in das Suchfeld eintippt, bekommt von Google automatisch Vorschläge für Pizzalieferanten in Hamburg. Möchte man diesen lokalen Bezug bei der Recherche jedoch ausblenden, ist dies über die URL www.google.de/ncr möglich. „ncr“ steht für No Country Redirect und verhindert die Ergebnisanzeige mit lokalem Bezug.

Weitere Informationen zur ertragreichen Recherche mit Google finden Sie auf www.recherche-info.de.

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Über die Dokumentation

Die Dokumentation der Jahreskonferenz 2012 von netzwerk recherche erscheint in diesem Jahr in Form eines Blogs. Berichte, Fotos, Videos und Podcasts werden während der Konferenz zusammengetragen und eingestellt.

Erstellt wurde die Dokumentation von Studentinnen und Studenten der Deutschen Journalistenschule in München, Stipendiaten der JONA (Journalistische Nachwuchsförderung) der Konrad-Adenauer-Stiftung und des Studienstipendienprogramm "Medienvielfalt, anders" der Heinrich Böll-Stiftung, Journalistik-Student/innen der Katholischen Universität Eichstätt, Volontärinnen und Volontäre aus Bremen – von den Bremer Tageszeitungen, dem Stader Tageblatt und Radio Bremen, Studenten des Studiengangs Journalistik und Kommunikationswissenschaft an der Uni Hamburg.
Unterstützt wurde die Konferenzorganisation auch von Volontärinnen und Volontären des NDR und aus den WAZ-Redaktionen.