In die Öffentlichkeit gezerrt

Samstag, 2. Juni 2012 | Veranstaltung im Programm
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Wer sich in einer Berichterstattung ins falsche Licht gerückt sieht, geht zunehmend auch mit juristischen Mitteln dagegen vor. Im journalistischen Alltag besonders relevant ist dabei der Fall der sogenannten identifizierenden Berichterstattung: Wann darf jemand ohne Einwilligung abgebildet oder mit vollem Namen genannt werden?

Man müsse zwischen der Wort- und der Bildberichterstattung, erklärte Medienrechtler Dominik Höch im Seminar “Wen darf ich wann wie nennen und zeigen?” So sei es grundsätzlich erst einmal verboten, eine Abbildung einer Person ohne ihre Einwilligung zu veröffentlichen. Eine Ausnahme von dieser Regel seien die sogenannten zeitgeschichtlichen Ereignisse.

Bei Wortberichterstattung gibt es Höch zufolge diese Hürde nicht. Ob eine Veröffentlichung zulässig sei oder nicht, entscheide sich anhand einer Abwägung zwischen dem Persönlichkeitsschutz des Betroffenen und dem Interesse der Öffentlichkeit an der Berichterstattung. So seien zum Beispiel Opfer einer Straftat fast immer davor geschützt, mit Foto und Name in den Medien aufzutauchen, erläuterte Höch. Politiker hingegen müssten mehr Berichterstattung ertragen.

Hinweise zur identifizierenden Berichterstattung gibt es im Handout: Hinweise für identifizierende Berichterstattung.

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Über die Dokumentation

Die Dokumentation der Jahreskonferenz 2012 von netzwerk recherche erscheint in diesem Jahr in Form eines Blogs. Berichte, Fotos, Videos und Podcasts werden während der Konferenz zusammengetragen und eingestellt.

Erstellt wurde die Dokumentation von Studentinnen und Studenten der Deutschen Journalistenschule in München, Stipendiaten der JONA (Journalistische Nachwuchsförderung) der Konrad-Adenauer-Stiftung und des Studienstipendienprogramm "Medienvielfalt, anders" der Heinrich Böll-Stiftung, Journalistik-Student/innen der Katholischen Universität Eichstätt, Volontärinnen und Volontäre aus Bremen – von den Bremer Tageszeitungen, dem Stader Tageblatt und Radio Bremen, Studenten des Studiengangs Journalistik und Kommunikationswissenschaft an der Uni Hamburg.
Unterstützt wurde die Konferenzorganisation auch von Volontärinnen und Volontären des NDR und aus den WAZ-Redaktionen.