Mogeln mit Google – Tipps & Tricks für die Internetrecherche

Samstag, 2. Juni 2012 | Veranstaltung im Programm
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Eine Suchanfrage bei Google ist häufig der erste Schritt einer Recherche. Doch das gewünschte Ergebnis zu finden,  ist gar nicht so leicht – bei mehr als einer Billion  Webseiten. Wie es geht, demonstrierte Hektor Haarkötter. “Mogeln mit Google”  hieß die Veranstaltung des Professors für Kulturjournalismus. Außerdem zeigte er Alternativen zu Google- und warum man besser nicht nach Chuck Norris sucht.

Wie man googelt

Am Schnellsten lassen sich Suchergebnisse über die Seitenleiste einschränken, erläuterte Haarkötter.  Mit dem Button „Mehr Optionen“ können Zeiträume definiert, verwandte Suchanfragen gestellt oder nur genaue Treffer angezeigt werden.

Die sogenannte “vertikale Suche” funktioniert über die  Menüleiste. Dort findet sich neben Reitern zur Bildersuche, News und Maps auch der Link „Mehr“. Von dort aus gelangt der Nutzer zu weiteren Tools wie dem Translator, Fotos oder Books.

Wie Profis googeln

Fortgeschrittene Suchmaschinennutzer nutzen hingegen sogenannte „Operatoren“. Diese Befehle liefern meist genauere Ergebnisse. Wer zum Beispiel nach Spiegel-Artikeln aus den Jahren 2008 bis 2010 zum Thema Abitur sucht und dabei das Fachabitur (FOS) ausschließen will,  schreibt in die Suchmaske am Besten das:

 site:spiegel.de ~Schule Abitur” FOS 2008..2010

  • site: beschränkt die Ergebnisse auf bestimmte Websites
  • ~: sucht auch nach verwandten Begriffen wie Gymnasium oder Bildungsstätte
  • „“: die Anführungsstriche schränken die Suche auf das exakte Wort  „Abitur“ ein
  • -: das Minuszeichen schließt den dahinter stehenden Begriff aus
  • ..: Zwei Punkte zwischen Jahreszahlen legen eine Zeitspanne fest

Außerdem sollte nicht die Frage, sondern eine mögliche Antwort als Suchbegriff genutzt werden. Wer wissen will, wie viele Nutzer Facebook hat, füttert den Suchschlitz nicht mit der Frage „Wie viele Nutzer hat Facebook?“, sondern probiert es besser mit: „Facebook hat *Mio. Nutzer“. Das * fungiert dabei als Platzhalter.

Hier noch eine Info-Grafik mit weiteren Tipps von Hektor Haarkötter.

Wie man komplette Bücher bei Google Books findet

Google hat inzwischen komplette Bibliotheken gescannt, viele Bücher sind allerdings nur begrenzt einsehbar. Die  in der Vorschau verfügbaren Seiten wechseln zuweilen. Wer sich den Gang in die Bibliothek sparen möchte und etwas Zeit mitbringt, dem rät Haarkötter zu Programmen wie jdownloader. Diese sogenannten Proxy Downloader prüfen  in bestimmten Zeitabständen das gewünschte Buch und laden alle aktuell verfügbaren Vorschauseiten herunter.

Wie man sich 3D-Ansichten in Karten anzeigen lässt

Wer einen Drehort über das Internet begutachten möchte, kann entweder Google Streetview verwenden, oder hochauflösende 3-D-Ansichten. Die gibt es über den Klick auf „Earth“ oben rechts in der Karte.

Wie man noch mehr aus Google rausholt

Über den  Link „Und noch mehr“ gelangt der Nutzer unter anderem zur Blogsuche. Weit interessanter ist aber die wissenschaftliche Datenbank Google Scholar, die hier ebenfalls zu finden ist. Besonders effektiv lässt sich diese  in Kombination mit dem Suchbefehl „filetype: pdf“ durchsuchen. Als Ergebnis werden dann nur Dokumente im PDF-Format angezeigt.

Warum man besser nicht nach Chuck Norris googelt

Die Suchmaschine wird den Teufel tun und nach dem US-Actionschauspieler  Chuck Norris suchen. Vielmehr wird sie jeden Neugierigen darauf hinweisen, dass Chuck Norris nicht gefunden wird. Im Gegenteil, Norris weiß schon längst, wo sich der Fragesteller befindet. Wer es nicht glaubt, probiert einfach folgendes:

  1. Bei Google suchen nach: „Where is Chuck Norris right now?“
  2. „Auf gut Glück!“ klicken

Sollte es nicht funktionieren, gibt es hier das Easter Egg.

Nützliche Links und Alternativen zu Google

  • Insights for Search liefert Erkenntnisse darüber, welche Suchbegriffe zu einem bestimmten Zeitpunkt verwendet wurden.
  • Das Google Art Project ist eine Bildersammlung von Kunstwerken verschiedener Museen.
  • Die Erweiterte Suche hat Google mittlerweile unter einer eigenen Adresse geparkt.
  • Startpage nutzt die Google-Suche, ohne die Nutzer auszuforschen.
  • Wolframalpha eignet sich vor allem für Zahlen. Die semantische Suchmaschine kann komplexe Antworten geben, hat ihre Stärken aber vor allem in  Geografie, Mathematik und Physik.  Die Ergebnisse erscheinen nur auf Englisch.
  • Exalead ist eine europäische Suchmaschine.
  • Metacrawler ist eine Meta-Suchmaschine, die mehrere Suchmaschinen gleichzeitig durchsucht.
  • Metager ist eine deutsche Metasuchmaschine. Haarkötter empfiehlt sie sehr.
  • Blackle ist quasi Google in schwarzer Optik – was praktisch ist, wenn der Akku des Laptops geschont werden muss.
  • Ein kommentiertes Verzeichnis deutschsprachiger Suchmaschinen gibt es hier.

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Über die Dokumentation

Die Dokumentation der Jahreskonferenz 2012 von netzwerk recherche erscheint in diesem Jahr in Form eines Blogs. Berichte, Fotos, Videos und Podcasts werden während der Konferenz zusammengetragen und eingestellt.

Erstellt wurde die Dokumentation von Studentinnen und Studenten der Deutschen Journalistenschule in München, Stipendiaten der JONA (Journalistische Nachwuchsförderung) der Konrad-Adenauer-Stiftung und des Studienstipendienprogramm "Medienvielfalt, anders" der Heinrich Böll-Stiftung, Journalistik-Student/innen der Katholischen Universität Eichstätt, Volontärinnen und Volontäre aus Bremen – von den Bremer Tageszeitungen, dem Stader Tageblatt und Radio Bremen, Studenten des Studiengangs Journalistik und Kommunikationswissenschaft an der Uni Hamburg.
Unterstützt wurde die Konferenzorganisation auch von Volontärinnen und Volontären des NDR und aus den WAZ-Redaktionen.