Soziale Netzwerke kann jeder visualisieren

Freitag, 1. Juni 2012 | Veranstaltung im Programm
Referent(en):
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Marco Maas (Foto: Wulf Rohwedder)

Das Wichtigste zuerst: Die hashtags für die Netzwerk-Recherche Jahreskonferenz in Hamburg lauten:

#nr12, #nrjk12

Das Pad auf dem Besucher und Referenten ihre digitalen Notizen zu Veranstaltungen hinterlegen können, ist unter http://okfnpad.org/nr12 erreichbar.

Wem Text zu langweilig ist, für den gibt es ein Praxisbeispiel ganz am Ende des Beitrags…

Für alle anderen, jetzt: los!

Wer in die Suche bei Twitter eines der beiden sogenannten Hashtags eingibt, der wird eine Menge Kurznachrichten von @themaastrix finden. Unter diesem Twitternamen verbirgt sich Marco Maas. Der selbstständige Journalist aus Hamburg hat früh erkannt, welches Potential für die journalistische Arbeit in der visuellen Aufbereitung von Daten steckt. Alles was man dafür braucht, sind Datensätze, die das Web in zunehmendem Maße sowieso zur Verfügung stellt, ein wenig Know-how und in vielen Fällen: eine Internetverbindung mit aktuellem Browser.

Problem: Internetpolitik in öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten

Das stellte für den ersten Workshop der #nrjk12 schon ein Problem dar. Im Schulungsraum R5 gab es zwar internetfähige Rechner. Installiert sind allerdings nur vorsintflutliche Versionen des Firefox-Browsers, die html5-Visualisierungen noch nicht darstellen können. Die eigentlich geplante Mitmach-Übungsstunde zum Thema „Visualisierung von sozialen Netzwerken“ musste deshalb ausfallen. Und auch der Frontalunterricht hatte mit Schwierigkeiten zu kämpfen: Das Gäste-WLAN reicht nicht bis ins Schulungsgebäude, die eilig eingerichtete UMTS-Verbindung erwies sich als langsam und instabil. Die Präsentation einiger Beispiele auf dem eigenen Laptop des Referenten wurde deshalb immer wieder von Ladezeiten diverser Websites unterbrochen. „Es ist sehr unschön, ein Netzthema in einem Raum stattfinden zu lassen, der dafür nicht ausgestattet ist“, meinte Marco Maas nach der Veranstaltung.

Die meisten Teilnehmer dürften dennoch einige Ideen mitgenommen haben. Es ist erstaunlich, was sich mit Hilfe einiger weniger Daten und bereits existenter Tools in kürzester Zeit bauen lässt. Durch die Open-Source Software gephi kann man in Minuten aus ein Paar Namen aus dem Dunstkreis von Christian Wulff und Carsten Maschmeyer eine anschauliche Grafik machen. Dazu müssen die Nutzer nur die Namen von zwei in Beziehung stehenden Personen in zwei Spalten einer Google-Tabelle eintragen und von gephi auslesen lassen.

Grafische Darstellungen von Facebook-Beziehungen

Auch Facebook-Beziehungen lassen sich so visualisieren. Eine App namens netvizz lädt dazu einen entsprechenden Datensatz von einem Facebook-Profil herunter, der wird in gephi geladen und drei Klicks später haben wir eine Grafik, die unsere Freundschafts-Beziehungen auf Facebook grafisch darstellt. Und weil das ein bisschen abstrakt klingt, könnt ihr euch als Beispiel Marco Maas’ Facebookprofil als Beziehungsgeflecht ansehen.

Marco Maas ist kein Programmierer. Zwar hat er kürzlich angefangen, sich auch für Programmcodes zu interessieren. Alles, was er derzeit datenjournalistisch macht, geht aber mit Tools, die existieren und für jeden benutzbar sind. Die Kernbotschaft seines Seminars lautet deshalb – trotz technischer Probleme: Datenjournalismus ist nichts für Nerds oder Geeks, sondern ein immer wichtigeres Instrument für Journalisten.

PS: Weil große Teile der praktischen Übungen wegen der Internetproblematik ausgefallen sind, wird Marco Maas heute um 18 Uhr noch einmal einen kurzen Workshop geben im Raum R3. Vielleicht gibt es dann noch ein paar Plätze für Interessierte.

Das versprochene Beispiel:

Das Google Spreadsheet zur Maschmeyer-Connection.

Die URL des Sheets bitte auf dieser Seite in das vorgesehene Feld reinkopieren. Dann auf “get sheet names” klicken. Warten. Auf “Go” klicken. —> It’s magic!!!!!!!!!!!!

Kommentare

  1. marco schreibt:

    1. Juni 2012 um 16:04(#)

    kleine korrektur:
    für die maschmeyer/wulff-geschichte habe ich ein google-doc genutzt, gephi habe ich gezeigt, um facebook-netzwerke zu visualisieren, das geht da oben einmal wild durcheinander ;-)

    danke für den artikel!

  2. The Maastrix » #NR12 – Netzwerk Recherche Jahreskonferenz schreibt:

    27. April 2013 um 06:45(#)

    [...] habe ich mich mit der Visualisierung von sozialen Netzwerken beschäftigt, Max Muth hat einen Artikel dazu verfasst, als Ergebnis gibt es hier ein dynamisches Netzwerk der [...]

  3. Online Casino Euroslots schreibt:

    21. September 2018 um 12:39(#)

    Online Casino Euroslots…

    Soziale Netzwerke kann jeder visualisieren :: nr-Jahreskonferenz 2012…

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Über die Dokumentation

Die Dokumentation der Jahreskonferenz 2012 von netzwerk recherche erscheint in diesem Jahr in Form eines Blogs. Berichte, Fotos, Videos und Podcasts werden während der Konferenz zusammengetragen und eingestellt.

Erstellt wurde die Dokumentation von Studentinnen und Studenten der Deutschen Journalistenschule in München, Stipendiaten der JONA (Journalistische Nachwuchsförderung) der Konrad-Adenauer-Stiftung und des Studienstipendienprogramm "Medienvielfalt, anders" der Heinrich Böll-Stiftung, Journalistik-Student/innen der Katholischen Universität Eichstätt, Volontärinnen und Volontäre aus Bremen – von den Bremer Tageszeitungen, dem Stader Tageblatt und Radio Bremen, Studenten des Studiengangs Journalistik und Kommunikationswissenschaft an der Uni Hamburg.
Unterstützt wurde die Konferenzorganisation auch von Volontärinnen und Volontären des NDR und aus den WAZ-Redaktionen.