Waffen und Klimakiller: Investoren auf der Spur

Samstag, 2. Juni 2012 | Veranstaltung im Programm
Referent(en):  |  Moderation:
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Stell dir vor es ist Krieg, aber keiner gibt Geld. Ein schöner Gedanke, doch weit von der Realität entfernt. Die Mittel für Kriege stammen zum Beispiel von  Banken und Versicherungen, die  Rüstungskäufe zumindest mitfinanzieren. Wer denkt schon daran, dass mit dem Geld für seine Riester-Renten auch Waffen mitfinanzieren könnte?

Genau hier beginnt die Arbeit von Profundo Research. Die niederländische NGO untersucht für Medien und andere NGOs, wie und wohin Banken und Fonds investieren. Ziel ist es,  sie zu ethischem Verhalten zu zwingen.
“Allein die Transparenz, zu wissen, wer in was investiert bringt viel. Nichts fürchten Banken und Firmen so sehr wie ein schlechtes Image”, erklärt Jan Willem van Gelder, Chef  von Profundo Research. Deshalb verfolgt er mit seinem Team Finanzströme und Rohstoffketten. Dabei benutzen die fünf Mitarbeiter  wissenschaftliche Veröffentlichungen, Marktstudien, Unternehmensbilanzen, aber  auch spezialisierte Datenbanken von Thompson Reuters und Bloomberg. Manche  Recherchen  ziehen sich über Monate hin.

Wie  ethisch ist meine Bank?

Für Greenpeace und andere NGOs hat Profundo Research ausgewertet, wie viel Geld 124 internationale Banken von 2000 bis 2009 in nukleare Projekte investierten. Die Ergebnisse stehen  auf der Seite nuclearbanks.org.

Thema war auch das Engagement von Banken in Streubomben.   Profundo hat  herausgefunden, welche deutschen Riesterfonds  in Streubomben investieren. Für Länder wie die Schweiz, Kanada und die Niederlande hat Profundo sogar die ethischen Prinzipien von Banken  bewertet. Die Informationen sind auf bankenundmenschenrechte.ch. zu finden.

Wie Profundo genau den Geldströmen auf die Spur kommt, wollte  van Gelder den Mitgliedern von netzwerkrecherche nicht  verraten.  Einen kleinen Tipp gab  er allerdings: “Schauen Sie auf die öffentlichen Jahresbilanzen der Unternehmen. Die können viel verraten!”

Kommentare

  1. Jan Willem van Gelder schreibt:

    4. Juni 2012 um 12:31(#)

    Ich bin nicht einverstanden mit die Formulierung: “Wie Profundo genau den Geldströmen auf die Spur kommt, wollte van Gelder den Mitgliedern von netzwerkrecherche nicht verraten”. Ich habe versucht unses Verfahren zu erklären. Es ist aber ein bischen naiv und wenig respektvoll zu erwarten das man in eine Stunde lernt wie man ein Auto herstellt, Kranken pflegt oder ökonomische Recherche macht. Was wir tun ist ein spezialisiertes Beruf, das eine lange Ausbildung fragt. Wie das Beruf von Journalisten! Meine Meinung nach sollten Journalisten nicht unses Beruf lernen wollen, aber sollten sie sich überlegen wie sie mit uns zusammen arbeiten könnten. Dazu sind wir immer bereit!

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Über die Dokumentation

Die Dokumentation der Jahreskonferenz 2012 von netzwerk recherche erscheint in diesem Jahr in Form eines Blogs. Berichte, Fotos, Videos und Podcasts werden während der Konferenz zusammengetragen und eingestellt.

Erstellt wurde die Dokumentation von Studentinnen und Studenten der Deutschen Journalistenschule in München, Stipendiaten der JONA (Journalistische Nachwuchsförderung) der Konrad-Adenauer-Stiftung und des Studienstipendienprogramm "Medienvielfalt, anders" der Heinrich Böll-Stiftung, Journalistik-Student/innen der Katholischen Universität Eichstätt, Volontärinnen und Volontäre aus Bremen – von den Bremer Tageszeitungen, dem Stader Tageblatt und Radio Bremen, Studenten des Studiengangs Journalistik und Kommunikationswissenschaft an der Uni Hamburg.
Unterstützt wurde die Konferenzorganisation auch von Volontärinnen und Volontären des NDR und aus den WAZ-Redaktionen.